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Welche Vorteile bietet die eigene Stickstofferzeugung im Betrieb?

Jörg Steinbrücker ·
Kompakter Stickstoffgenerator in Industrieanlage mit Edelstahlrohren, Druckmessgeräten und beobachtendem Techniker.

Die eigene Stickstofferzeugung im Betrieb bietet gegenüber der klassischen Flaschengas- oder Tankversorgung vor allem eines: dauerhafte Kosteneinsparungen, vollständige Versorgungssicherheit und die Möglichkeit, Reinheitsgrad und Menge flexibel an den eigenen Bedarf anzupassen. Unternehmen, die regelmäßig Stickstoff in größeren Mengen verbrauchen, amortisieren eine betriebseigene Anlage in der Regel innerhalb weniger Jahre. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Technik, Kosten, Reinheitsgrade und Wirtschaftlichkeit.

Wie funktioniert die Stickstofferzeugung im Betrieb?

Betriebseigene Stickstoffgeneratoren gewinnen Stickstoff direkt aus der Umgebungsluft, die zu rund 78 Prozent aus Stickstoff besteht. Dabei kommen zwei bewährte Verfahren zum Einsatz: die Druckwechseladsorption (PSA) und die Membrantrennung. Beide Methoden nutzen Druckluft als Ausgangsmedium und trennen den Stickstoff vom Sauerstoff und anderen Luftbestandteilen ab.

Druckwechseladsorption (PSA)

Bei der PSA-Technologie strömt Druckluft durch Molekularsiebe aus Kohlenstoff oder Zeolith. Diese Materialien binden Sauerstoff selektiv, während Stickstoff mit hoher Reinheit hindurchströmt. Zwei Behälter wechseln sich im Betrieb ab, sodass ein kontinuierlicher Stickstoffstrom entsteht. Das Verfahren eignet sich besonders für hohe Reinheitsgrade bis zu 99,999 Prozent.

Membrantrennung

Bei der Membrantechnologie diffundiert Sauerstoff schneller durch eine semipermeable Hohlfasermembran als Stickstoff. Das Ergebnis ist ein konzentrierter Stickstoffstrom auf der Permeatseite. Membrangeneratoren sind kompakter, wartungsärmer und eignen sich gut für Reinheitsgrade bis etwa 99,5 Prozent. Beide Verfahren setzen eine saubere, trockene Druckluft voraus, weshalb vorgelagerte Druckluftfilter eine zentrale Rolle für die Anlagenleistung spielen.

Was kostet eigene Stickstofferzeugung im Vergleich zu Flaschengas?

Eigene Stickstofferzeugung ist bei regelmäßigem Bedarf deutlich günstiger als die Versorgung über Flaschen oder Tanklieferungen. Die laufenden Kosten einer betriebseigenen Anlage beschränken sich im Wesentlichen auf Strom und gelegentliche Wartung, während bei der Flaschenversorgung Gaspreise, Mietgebühren, Lieferkosten und Logistikaufwand dauerhaft anfallen.

Die Investitionskosten für einen Stickstoffgenerator variieren je nach Kapazität, Reinheitsanforderung und Technologie. Einfache Membrangeräte für niedrigere Reinheitsgrade sind bereits ab einem niedrigen fünfstelligen Betrag verfügbar, während PSA-Anlagen für hohe Reinheiten und größere Volumenströme deutlich mehr kosten können. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeitsberechnung sind drei Faktoren:

  • Jahresverbrauch: Je höher der Stickstoffbedarf, desto schneller rechnet sich die eigene Erzeugung.
  • Aktueller Gaspreis: Steigende Energiepreise und Versorgungsengpässe erhöhen die Attraktivität der Eigenversorgung.
  • Erforderlicher Reinheitsgrad: Höhere Reinheiten erfordern aufwendigere Anlagen, die sich bei entsprechendem Bedarf dennoch lohnen.

In der Praxis berichten viele Betriebe von Amortisationszeiten zwischen einem und vier Jahren, abhängig vom Verbrauchsprofil.

Welche Reinheitsgrade sind mit einem Stickstoffgenerator erreichbar?

Mit modernen Stickstoffgeneratoren lassen sich Reinheitsgrade von etwa 95 Prozent bis zu 99,999 Prozent (entspricht 10 ppm Restsauerstoff) erreichen. Membrangeneratoren decken den unteren bis mittleren Bereich ab, PSA-Anlagen erzielen die höchsten Reinheiten und sind damit für anspruchsvolle Prozesse geeignet.

Welcher Reinheitsgrad tatsächlich benötigt wird, hängt vom Anwendungsfall ab. Typische Orientierungswerte aus der Praxis:

  • Schutzgasatmosphären in der Lebensmittelindustrie: 99,5 bis 99,9 Prozent
  • Laserschneiden und Schweißen: 99,95 bis 99,999 Prozent
  • Elektronikfertigung und Löten: 99,999 Prozent und höher
  • Reifenfüllung und allgemeine Inertisierung: 95 bis 99 Prozent

Wichtig: Die erreichbare Reinheit hängt nicht nur vom Generator ab, sondern auch von der Qualität der eingespeisten Druckluft. Hochwertige Druckluftfilter und eine gut gewartete Druckluftanlage sind Voraussetzung dafür, dass der Stickstoffgenerator konstant die gewünschte Reinheit liefert.

Wann lohnt sich ein eigener Stickstoffgenerator wirklich?

Ein eigener Stickstoffgenerator lohnt sich, wenn ein Betrieb regelmäßig und in nennenswerter Menge Stickstoff verbraucht, die Versorgungssicherheit kritisch ist oder die Abhängigkeit von externen Lieferanten reduziert werden soll. Als Faustregel gilt: Ab einem monatlichen Verbrauch von mehr als fünf bis zehn Gasflaschen oder einem kontinuierlichen Bedarf ist die Eigenversorgung wirtschaftlich sinnvoll.

Darüber hinaus sprechen folgende Situationen klar für eine eigene Anlage:

  • Produktionsprozesse, die eine unterbrechungsfreie Stickstoffversorgung erfordern
  • Standorte mit langen Lieferzeiten oder eingeschränkter Logistikanbindung
  • Betriebe mit schwankendem Bedarf, der mit Flaschen schwer planbar ist
  • Unternehmen, die ihre Energiekosten und CO2-Bilanz aktiv verbessern wollen
  • Branchen mit strengen Reinheitsanforderungen, die eine lückenlose Qualitätsdokumentation erfordern

Weniger geeignet ist die Eigenversorgung für Betriebe mit sehr geringem oder stark unregelmäßigem Bedarf, bei denen die Investition und der Betriebsaufwand die Einsparungen nicht aufwiegen.

Welche Wartung benötigt eine betriebseigene Stickstoffanlage?

Betriebseigene Stickstoffanlagen sind im Vergleich zu vielen anderen Industrieanlagen wartungsarm, benötigen aber dennoch regelmäßige Pflege, um Leistung und Reinheitsgrad dauerhaft zu gewährleisten. Der Wartungsaufwand richtet sich nach der eingesetzten Technologie und dem Betriebsumfang.

Regelmäßige Wartungsmaßnahmen

Zu den Standardaufgaben gehören der Austausch oder die Reinigung der vorgelagerten Druckluftfilter, die Überprüfung der Adsorptionsmittel bei PSA-Anlagen sowie die Kontrolle von Ventilen, Druckreglern und Messeinrichtungen. Membrangeneratoren erfordern in der Regel weniger Eingriffe, da sie keine beweglichen Teile im Trennprozess haben.

Vorgelagerte Druckluftaufbereitung

Ein häufig unterschätzter Wartungsbereich ist die Druckluftaufbereitung. Öl, Feuchtigkeit und Partikel in der Druckluft können die Trennmedien des Generators schädigen und die erreichbare Reinheit dauerhaft reduzieren. Regelmäßige Kontrolle und rechtzeitiger Wechsel der Druckluftfilter sowie der Drucklufttrockner sind daher ebenso wichtig wie die Pflege des Generators selbst.

Wie trägt eigene Stickstofferzeugung zur Energieeffizienz bei?

Eigene Stickstofferzeugung verbessert die Energieeffizienz eines Betriebs, weil der Energieaufwand für Transport, Abfüllung und Kühlung von Flaschengas entfällt und die Anlage bedarfsgerecht betrieben werden kann. Stickstoffgeneratoren lassen sich direkt an vorhandene Druckluftsysteme ankoppeln und nutzen so bereits vorhandene Infrastruktur.

Weitere Effizienzvorteile entstehen durch:

  • Bedarfsgerechte Erzeugung: Der Generator produziert nur so viel Stickstoff, wie tatsächlich benötigt wird, ohne Verluste durch Restgas in Flaschen oder Verdampfung bei Flüssiggastanks.
  • Integration in Energiemanagementsysteme: Moderne Anlagen lassen sich in übergeordnete Steuerungssysteme einbinden und können in Schwachlastzeiten betrieben werden.
  • Reduzierter Transportbedarf: Entfallende Lieferfahrten senken den CO2-Fußabdruck des Betriebs messbar.
  • Synergien mit der Druckluftanlage: Eine optimierte Druckluftversorgung kommt sowohl der Stickstofferzeugung als auch anderen druckluftbetriebenen Prozessen zugute.

Gerade in Verbindung mit einer professionellen Energieberatung und Druckluftsystemanalyse lassen sich durch die Kombination aus effizienter Druckluftversorgung und betriebseigener Stickstofferzeugung erhebliche Einsparungen erzielen.

Wie Galek & Kowald bei der betriebseigenen Stickstofferzeugung hilft

Galek & Kowald begleitet Unternehmen von der ersten Bedarfsanalyse bis zur schlüsselfertigen Anlage und darüber hinaus. Als erfahrener Anlagenbauer mit jahrzehntelanger Praxis in der Drucklufttechnik und als Vertragspartner von Atlas Copco bietet das Unternehmen ein vollständiges Leistungsbild für die betriebseigene Stickstofferzeugung:

  • Messtechnisch fundierte Bedarfsanalyse und Wirtschaftlichkeitsberechnung
  • Auswahl und Auslegung des passenden Generatortyps (PSA oder Membran) inklusive vorgelagerter Druckluftaufbereitung und Druckluftfilter
  • Planung und Installation der gesamten Stickstoffanlage einschließlich Rohrleitungsbau und Steuerungstechnik
  • Integration in bestehende Druckluftsysteme und Energiemanagementsysteme
  • Langfristige Wartung und Service, damit die Anlage dauerhaft wirtschaftlich und auf dem neuesten Stand der Technik bleibt
  • Energieeffizienzberatung zur Optimierung des Gesamtsystems

Wer prüfen möchte, ob sich eine eigene Stickstoffanlage für den eigenen Betrieb rechnet, ist bei Galek & Kowald an der richtigen Adresse. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

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