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Was macht ein Schraubenkompressor?

Jörg Steinbrücker ·
Industrieller Schraubenkompressor mit freiliegenden Doppelschraubenrotoren im Gehäuseschnitt, montiert auf Fabrikboden aus Gusseisen und Stahl.

Ein Schraubenkompressor verdichtet Luft mithilfe zweier ineinandergreifender Schraubenrotoren, die das angesaugte Gas kontinuierlich komprimieren und druckerhöht ausstoßen. Er gehört zu den Verdrängerkompressoren und erzeugt einen gleichmäßigen, pulsationsarmen Druckluftstrom. Schraubenkompressoren sind heute in nahezu allen Industriezweigen die bevorzugte Lösung für die Drucklufterzeugung im Dauerbetrieb. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Funktionsweise, Bauarten, Einsatzgebiete und Wartung.

Wie funktioniert ein Schraubenkompressor technisch?

Ein Schraubenkompressor arbeitet nach dem Verdrängerprinzip: Zwei gegenläufig rotierende Schraubenrotoren, ein männlicher und ein weiblicher, saugen Luft an einem Ende an, schließen sie in den Zahnlücken ein und verkleinern das Volumen kontinuierlich, bis die verdichtete Luft am Druckauslass austritt. Dieser Prozess läuft gleichmäßig und ohne Totpunkte ab, was den charakteristischen pulsationsfreien Luftstrom ergibt.

Der Verdichtungsvorgang lässt sich in drei Phasen unterteilen: Ansaugen, Verdichten und Ausschieben. Während der Ansaugphase öffnet sich der Rotorquerschnitt zur Ansaugseite hin, Luft strömt ein und füllt den Zwischenraum zwischen den Rotoren. In der Verdichtungsphase dreht sich das Rotorpaar weiter, das eingeschlossene Luftvolumen wird kleiner und der Druck steigt. Schließlich öffnet sich der Querschnitt zur Druckseite, und die komprimierte Luft wird ausgestoßen.

Bei öleingespritzten Schraubenkompressoren wird während der Verdichtung Öl in den Verdichtungsraum eingespritzt. Das Öl übernimmt dabei drei Aufgaben gleichzeitig: Es kühlt die Luft, dichtet die Spalte zwischen den Rotoren ab und schmiert die beweglichen Teile. Ölfreie Schraubenkompressoren hingegen verdichten die Luft ohne direkten Ölkontakt und sind dort gefragt, wo absolut ölfreie Druckluft erforderlich ist.

Welche Bauarten von Schraubenkompressoren gibt es?

Schraubenkompressoren werden grundsätzlich in zwei Hauptkategorien unterteilt: ölgeschmierte und ölfreie Bauarten. Innerhalb dieser Kategorien unterscheidet man zusätzlich nach Antriebskonzept, Regelung und Aufstellungsart, sodass für nahezu jeden industriellen Bedarf eine passende Variante verfügbar ist.

Ölgeschmierte Schraubenkompressoren

Die ölgeschmierte Bauart ist die am weitesten verbreitete Form. Das eingespritzte Öl ermöglicht hohe Verdichtungsverhältnisse in einer einzigen Stufe und sorgt für niedrige Betriebstemperaturen. Diese Kompressoren sind robust, wartungsfreundlich und in einem breiten Leistungsbereich von wenigen Kilowatt bis in den Megawattbereich erhältlich. Die erzeugte Druckluft muss anschließend in einer Druckluftaufbereitung von Ölresten befreit werden, bevor sie in sensiblen Prozessen eingesetzt werden kann.

Ölfreie Schraubenkompressoren

Ölfreie Schraubenkompressoren verdichten die Luft ohne Öleinspritzung in den Verdichtungsraum. Sie werden häufig zweistufig ausgeführt, um trotzdem wirtschaftliche Druckverhältnisse zu erreichen. Der Vorteil liegt in der garantiert ölfreien Druckluft, die in der Lebensmittel-, Pharma- und Elektronikindustrie vorgeschrieben ist. Der Anschaffungspreis und der Wartungsaufwand sind in der Regel höher als bei ölgeschmierten Varianten.

Darüber hinaus unterscheiden sich Schraubenkompressoren nach ihrem Regelungskonzept. Festdrehzahlkompressoren laufen mit konstanter Drehzahl und eignen sich für einen gleichmäßigen Druckluftbedarf. Frequenzgeregelte Kompressoren passen ihre Drehzahl dem tatsächlichen Bedarf an und können dadurch erhebliche Energiemengen einsparen, wenn der Bedarf schwankt.

In welchen Industrien werden Schraubenkompressoren eingesetzt?

Schraubenkompressoren kommen in nahezu allen Industriezweigen zum Einsatz, in denen Druckluft als Energieträger oder Prozessmedium benötigt wird. Zu den wichtigsten Anwendungsbereichen zählen Maschinenbau, Automobilindustrie, Lebensmittelverarbeitung, Pharmazie, Chemie, Holzverarbeitung, Textilindustrie und das Baugewerbe.

Konkrete Einsatzfelder sind unter anderem:

  • Antrieb von Druckluftwerkzeugen und pneumatischen Aktoren in der Fertigung
  • Steuerung von Ventilen und Regelgeräten in Prozessanlagen
  • Förderung von Schüttgütern in der Lebensmittel- und Chemieindustrie
  • Blasformen von Kunststoffbehältern
  • Lackier- und Sprühprozesse in der Automobilfertigung
  • Medizinische Druckluft in Krankenhäusern und Laboren
  • Unterstützung von Stickstofferzeugung und Vakuumanwendungen

Die Vielseitigkeit des Schraubenkompressors liegt darin begründet, dass er kontinuierlich große Luftmengen bei vergleichsweise geringem Platzbedarf liefert und dabei unterschiedlichste Druckniveaus abdeckt.

Was sind die Vorteile gegenüber anderen Kompressortypen?

Gegenüber Kolbenkompressoren und Turbokompressoren punktet der Schraubenkompressor vor allem durch seinen kontinuierlichen, pulsationsfreien Betrieb, seinen kompakten Aufbau und seine hohe Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb. Er ist der bevorzugte Kompressortyp für industrielle Anwendungen mit mittlerem bis hohem Druckluftbedarf.

Die wichtigsten Vorteile im Vergleich:

  • Gegenüber Kolbenkompressoren: Deutlich geringere Pulsation, leiser Betrieb, kein Druckluftbehälter zwingend erforderlich, geringerer Wartungsaufwand durch weniger bewegliche Teile
  • Gegenüber Turbokompressoren: Wirtschaftlicher Betrieb bereits bei kleinen und mittleren Volumenströmen, robuster gegenüber Druckschwankungen, geringere Investitionskosten im mittleren Leistungsbereich
  • Allgemeine Stärken: Hohe Verfügbarkeit, einfache Integration in bestehende Druckluftsysteme, breites Druckspektrum von etwa 4 bis 13 bar im Standardbereich

Ein weiterer praktischer Vorteil ist die Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung: Die beim Verdichten entstehende Wärme lässt sich zurückgewinnen und für Heizzwecke oder Prozesswärme nutzen, was die Gesamtenergieeffizienz einer Anlage spürbar verbessert.

Wie effizient ist ein Schraubenkompressor im Dauerbetrieb?

Im Dauerbetrieb gehört der Schraubenkompressor zu den energieeffizientesten Kompressortypen für industrielle Anwendungen. Moderne frequenzgeregelte Schraubenkompressoren passen ihre Leistung dem tatsächlichen Druckluftbedarf an und vermeiden so Leerlaufverluste, die bei Festdrehzahlmaschinen einen erheblichen Anteil des Energieverbrauchs ausmachen können.

Die Energieeffizienz eines Schraubenkompressors hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Drehzahlregelung: Frequenzumrichtergeregelte Kompressoren verbrauchen bei Teillast deutlich weniger Energie als Festdrehzahlmaschinen mit Leerlaufregelung.
  • Druckniveau: Jedes unnötig erhöhte Bar Betriebsdruck erhöht den Energieverbrauch spürbar. Eine präzise Druckbedarfsanalyse lohnt sich daher immer.
  • Wärmerückgewinnung: Bis zu einem großen Teil der eingesetzten elektrischen Energie lässt sich als nutzbare Wärme zurückgewinnen, was die Gesamtbetriebskosten senkt.
  • Leckagevermeidung: Leckagen im Druckluftnetz verursachen Mehrverbrauch. Regelmäßige Leckageortung ist ein einfaches Mittel zur Effizienzsteigerung.

Da Druckluft zu den teuersten Energieträgern in der Industrie zählt, rechnen sich Investitionen in effiziente Kompressortechnik und optimierte Druckluftnetze in der Regel schnell.

Wann sollte ein Schraubenkompressor gewartet werden?

Ein Schraubenkompressor sollte nach den Vorgaben des Herstellers gewartet werden, typischerweise alle 2.000 bis 4.000 Betriebsstunden oder mindestens einmal jährlich. Regelmäßige Wartung sichert die Betriebssicherheit, erhält die Energieeffizienz und verhindert kostspielige Ausfälle in der Produktion.

Zu den wichtigsten Wartungsarbeiten gehören:

  • Wechsel von Öl und Ölfilter bei ölgeschmierten Kompressoren
  • Reinigung oder Austausch des Luftfilters
  • Prüfung und gegebenenfalls Austausch des Ölabscheiders
  • Kontrolle der Keilriemen und Kupplungselemente
  • Überprüfung der Sicherheitsventile und Druckregler
  • Kontrolle der Kühlsysteme auf Verschmutzung oder Korrosion
  • Leckageprüfung am Druckluftnetz

Neben der planmäßigen Wartung sollten Betreiber auf Warnsignale achten: ungewöhnliche Geräusche, erhöhte Betriebstemperaturen, sinkende Liefermenge oder steigende Energieverbräuche sind Hinweise auf Verschleiß oder Fehlfunktionen. Ein gut gewarteter Schraubenkompressor erreicht problemlos Laufzeiten von vielen zehntausend Betriebsstunden. Bei ungeplanten Ausfällen ist ein 24-Stunden-Notdienst entscheidend, um Produktionsunterbrechungen so kurz wie möglich zu halten.

Galek & Kowald als Partner rund um den Schraubenkompressor

Galek & Kowald begleitet Unternehmen in Thüringen und darüber hinaus bei allen Fragen rund um den Schraubenkompressor, von der ersten Bedarfsanalyse bis zur langfristigen Betreuung im laufenden Betrieb. Als zertifizierter Vertragspartner von Atlas Copco und Mitglied der “airgroup” bietet das Unternehmen Zugang zu hochwertiger Kompressortechnik und langjährigem Anlagen-Know-how.

Das Leistungsangebot umfasst konkret:

  • Beratung und Auslegung des passenden Schraubenkompressors für den individuellen Druckluftbedarf
  • Planung und Installation kompletter Druckluftanlagen inklusive Aufbereitung und Rohrleitungsbau
  • Messtechnisch gestützte Energieberatung zur Identifikation von Einsparpotenzialen
  • Regelmäßige Wartung und Inspektion nach Herstellervorgaben
  • Schnelle Reaktion bei Störungen durch einen 24-Stunden-Notdienst
  • Unterstützung bei Energieeffizienzprojekten und Wärmerückgewinnung

Wer seinen Schraubenkompressor optimal einsetzen und langfristig wirtschaftlich betreiben möchte, ist bei Galek & Kowald an der richtigen Adresse. Jetzt Kontakt aufnehmen und ein unverbindliches Beratungsgespräch vereinbaren.