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Welche Filterklassen gibt es bei Druckluftfiltern nach ISO 8573?

Jörg Steinbrücker ·
Druckluftfilter aus Edelstahl mit Glasschüssel und Wasserabscheider an industrieller Rohrleitung, Manometer im Werkstattlicht.

Die ISO 8573 definiert insgesamt sieben Qualitätsklassen für Druckluft, die jeweils Grenzwerte für drei Hauptverunreinigungen festlegen: Partikel, Wasser und Öl. Jede Klasse wird durch eine dreistellige Zahlenkombination angegeben, zum Beispiel ISO 8573-1:2010 Klasse 1.2.1. Die folgenden Abschnitte erläutern, was diese Klassen konkret bedeuten und welche Anforderungen für verschiedene industrielle Anwendungen gelten.

Wie viele Filterklassen definiert ISO 8573 insgesamt?

Die ISO 8573-1 definiert für jede der drei Verunreinigungsgruppen (Partikel, Wasser, Öl) bis zu sieben Klassen, nummeriert von 0 bis 6 beziehungsweise 1 bis 6. Klasse 0 stellt dabei die strengste Anforderung dar und bedeutet, dass der Hersteller oder Anwender noch schärfere Grenzwerte als Klasse 1 festlegen muss. Klasse 6 erlaubt hingegen die höchsten Verunreinigungsgrade.

Wichtig zu verstehen ist, dass ISO 8573 keine einzelne Filterklasse beschreibt, sondern ein Klassifizierungssystem für die Gesamtqualität der Druckluft. Die Norm gilt für alle Industriebereiche, in denen Druckluft eingesetzt wird, also vom einfachen Werkzeugantrieb bis hin zu Reinraumanwendungen in der Pharmaindustrie. Sie bildet auch die Grundlage für die Auslegung von Druckluftfiltern, Trocknern und Aufbereitungsanlagen.

Was bedeuten die Partikelklassen nach ISO 8573?

Die Partikelklassen nach ISO 8573 legen fest, wie viele feste Partikel einer bestimmten Größe pro Kubikmeter Druckluft maximal enthalten sein dürfen. Klasse 1 erlaubt nur sehr wenige Partikel bis 0,1 Mikrometer, während Klasse 5 deutlich höhere Partikelkonzentrationen bis zu einer Größe von 40 Mikrometern zulässt.

Partikel in der Druckluft stammen aus dem angesaugten Umgebungsstaub, aus Abrieb im Kompressor oder aus Korrosion in Rohrleitungen. Je feiner die geforderte Partikelklasse, desto hochwertigere Filtermedien sind notwendig. Für empfindliche Prozesse wie Lackierung, Lebensmittelverarbeitung oder Elektronikfertigung sind Klasse 1 oder 2 erforderlich. Für allgemeine Werkzeugluft genügt häufig Klasse 3 oder 4. Druckluftfilter werden nach ihrer Abscheideleistung für bestimmte Partikelgrößen klassifiziert und sollten immer auf die geforderte Partikelklasse der jeweiligen Anwendung abgestimmt sein.

Welche Klassen gelten für Restfeuchte und Drucktaupunkt?

Für Wasser und Restfeuchte definiert ISO 8573 sechs Klassen (1 bis 6), die sich am Drucktaupunkt orientieren. Klasse 1 schreibt einen Drucktaupunkt von maximal minus 70 Grad Celsius vor, Klasse 4 erlaubt einen Drucktaupunkt von plus 3 Grad Celsius, und Klasse 6 lässt bis zu plus 10 Grad Celsius zu.

Der Drucktaupunkt gibt an, bei welcher Temperatur Wasser aus der Druckluft kondensiert. Ein niedriger Drucktaupunkt bedeutet trockene Luft und verhindert Korrosion in Rohrleitungen sowie Fehlfunktionen in empfindlichen Steuerungsanlagen. Für Außenanlagen oder Anwendungen in kalter Umgebung sind niedrige Drucktaupunkte zwingend erforderlich, um ein Einfrieren von Leitungen zu vermeiden. Kältetrockner erreichen typischerweise Klasse 4 (plus 3 Grad Celsius), während Adsorptionstrockner die strengeren Klassen 1 bis 3 ermöglichen. Bei der Planung von Druckluftanlagen ist die Feuchtigkeitsklasse deshalb ein zentrales Auslegungskriterium.

Was regeln die Ölklassen nach ISO 8573?

Die Ölklassen nach ISO 8573 begrenzen den Gesamtölgehalt in der Druckluft, ausgedrückt in Milligramm pro Kubikmeter. Klasse 1 erlaubt maximal 0,01 mg/m³, Klasse 3 bis zu 1 mg/m³, und Klasse 4 lässt bis zu 5 mg/m³ zu. Klasse 0 bedeutet, dass der Anwender noch strengere Grenzwerte als Klasse 1 festlegen muss.

Öl gelangt vor allem durch ölgeschmierte Kompressoren in die Druckluft, kann aber auch als Ölnebel oder Öldampf aus der Umgebungsluft stammen. Ölfreie Kompressoren reduzieren den Ölgehalt erheblich, schließen ihn jedoch nicht vollständig aus, da Umgebungsluft stets geringe Mengen Ölaerosole enthält. Aktivkohlefilter und Hochleistungsfilter werden eingesetzt, um strenge Ölklassen zu erreichen. In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie bei der Stickstofferzeugung und Sauerstofferzeugung ist Klasse 1 oder 0 in der Regel vorgeschrieben, da Ölreste die Produktqualität direkt beeinflussen oder Membran- und Adsorptionssysteme zur Gastrennung beschädigen können.

Wie wird eine Druckluftqualität nach ISO 8573 angegeben?

Eine Druckluftqualität nach ISO 8573 wird als dreistellige Klasse angegeben, die Partikel, Wasser und Öl in dieser Reihenfolge benennt. Die vollständige Angabe lautet zum Beispiel: ISO 8573-1:2010 [1:2:1], wobei die erste Ziffer die Partikelklasse, die zweite die Feuchtigkeitsklasse und die dritte die Ölklasse beschreibt.

Diese kompakte Schreibweise ermöglicht es, Anforderungen eindeutig zu kommunizieren, sei es in Ausschreibungen, Wartungsverträgen oder Anlagendokumentationen. Wenn eine Ziffer durch ein X ersetzt wird, bedeutet das, dass für diese Verunreinigungsgruppe keine Anforderung festgelegt wurde. Beim Kauf oder der Auslegung von Druckluftfiltern, Trocknern und Aufbereitungskomponenten sollte stets die vollständige ISO-8573-Klasse als Zielgröße definiert sein, um die richtige Komponentenauswahl sicherzustellen.

Welcher Filterklasse bedarf welche Anwendung?

Die erforderliche Filterklasse hängt direkt von der Anwendung und den dort geltenden Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen ab. Grobe Werkzeugluft kommt mit Klasse 3 oder 4 aus, während Reinraumanwendungen, Lebensmittelkontakt oder Prozessgaserzeugung Klasse 1 oder 0 erfordern.

Als Orientierung gelten folgende typische Zuordnungen:

  • Allgemeine Werkzeugluft und pneumatische Steuerungen: Partikelklasse 3 bis 4, Feuchtigkeitsklasse 4, Ölklasse 3
  • Lackier- und Beschichtungsanlagen: Partikelklasse 2, Feuchtigkeitsklasse 3, Ölklasse 2
  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie (indirekter Kontakt): Partikelklasse 2, Feuchtigkeitsklasse 2, Ölklasse 1
  • Pharmaindustrie und Reinräume: Partikelklasse 1, Feuchtigkeitsklasse 1 bis 2, Ölklasse 1 oder 0
  • Stickstofferzeugung und Sauerstofferzeugung per PSA oder Membrantechnik: Partikelklasse 1, Feuchtigkeitsklasse 1, Ölklasse 1 oder 0, da Verunreinigungen die Trennmembranen oder das Adsorbens irreversibel schädigen können
  • Medizinische Druckluft: richtet sich nach ISO 7396-1 und erfordert ebenfalls sehr strenge Qualitätsklassen entsprechend Klasse 0 oder 1

Bei der Planung einer Druckluftanlage empfiehlt es sich, zunächst alle Verbraucher zu erfassen und die jeweils strengste Anforderung als Auslegungsgrundlage zu nehmen. Alternativ können separate Druckluftkreise mit unterschiedlichen Aufbereitungsstufen realisiert werden, um Energie zu sparen und nur dort hohe Qualität bereitzustellen, wo sie wirklich benötigt wird.

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Die korrekte Auswahl der Filterklasse nach ISO 8573 ist entscheidend für Prozesssicherheit, Anlagenlebensdauer und Energieeffizienz. Galek & Kowald begleitet Industriekunden in Thüringen und darüber hinaus von der Bedarfsanalyse bis zur schlüsselfertigen Anlage und bietet dabei konkrete Unterstützung:

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  • Ermittlung der erforderlichen ISO-8573-Klassen für alle Verbraucher im Betrieb
  • Auslegung und Lieferung passender Druckluftfilter, Trockner und Aufbereitungskomponenten als Atlas-Copco-Vertragspartner
  • Planung und Umsetzung von Druckluftanlagen für Stickstofferzeugung und Sauerstofferzeugung inklusive der vorgeschalteten Aufbereitung
  • Energieberatung zur Senkung des Druckluftverbrauchs bei gleichzeitiger Einhaltung aller Qualitätsanforderungen
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