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Für welche Branchen eignen sich Industriewärmepumpen am besten?

Jörg Steinbrücker ·
Industrielle Großwärmepumpe in einer Fabrikhalle mit Stahlrohren, Dämmkanälen und Arbeitern in Sicherheitswesten im Hintergrund.

Industriewärmepumpen eignen sich am besten für Branchen mit hohem Wärmebedarf, kontinuierlichen Produktionsprozessen und verfügbaren Abwärmequellen, darunter die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die Chemie- und Pharmaindustrie, Papierhersteller sowie Betriebe der Metallindustrie. Entscheidend ist, dass die benötigten Prozesstemperaturen im wirtschaftlich sinnvollen Betriebsbereich moderner Wärmepumpentechnologie liegen und ausreichend Abwärme zur Verfügung steht. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Einsatzmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und Förderung von Industriewärmepumpen.

In welchen Industrien werden Wärmepumpen am häufigsten eingesetzt?

Industriewärmepumpen werden am häufigsten in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie, der Papier- und Zellstoffproduktion sowie in der Textil- und Metallindustrie eingesetzt. Diese Branchen zeichnen sich durch einen hohen, kontinuierlichen Wärmebedarf auf mittleren Temperaturniveaus aus, der sich ideal mit Wärmepumpentechnologie abdecken lässt.

In der Lebensmittelproduktion werden Wärmepumpen beispielsweise für Pasteurisierung, Trocknung und Reinigungsprozesse genutzt. Molkereien, Brauereien und Schlachthöfe profitieren besonders, da sie gleichzeitig Kälte für die Kühlung und Wärme für Reinigung oder Verarbeitung benötigen. Diese kombinierte Nutzung macht den Betrieb besonders effizient.

In der chemischen und pharmazeutischen Industrie werden Wärmepumpen zur Destillation, Konzentration und Trocknung eingesetzt. Die Papierindustrie nutzt sie vor allem zur Trocknung von Papierbahnen und zur Rückgewinnung von Prozesswärme aus feuchter Abluft. Auch in der Galvanik, im Maschinenbau und in der Automobilindustrie gewinnen Wärmepumpen für die Industrie zunehmend an Bedeutung.

Welche Prozesstemperaturen können Industriewärmepumpen abdecken?

Moderne Industriewärmepumpen können Prozesstemperaturen von bis zu 160 Grad Celsius und in Hochtemperaturanwendungen sogar darüber erreichen. Der wirtschaftlich günstigste Betriebsbereich liegt typischerweise zwischen 60 und 120 Grad Celsius, was einen Großteil industrieller Wärmeanwendungen abdeckt.

Die erreichbare Temperatur hängt von der eingesetzten Technologie und dem verwendeten Kältemittel ab. Kompressionswärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Ammoniak oder CO₂ sind besonders für höhere Temperaturniveaus geeignet. Absorptionswärmepumpen hingegen eignen sich vor allem dann, wenn Abwärme auf einem höheren Temperaturniveau zur Verfügung steht und direkt als Antriebsenergie genutzt werden kann.

Wichtig für die Planung ist die sogenannte Temperaturspreizung: Je geringer der Unterschied zwischen der Quelltemperatur (z. B. Abwärme) und der Zieltemperatur (Prozesswärme), desto höher ist die Effizienz der Anlage. Eine sorgfältige Analyse der Prozesstemperaturen ist daher Grundlage jeder wirtschaftlichen Auslegung einer industriellen Wärmepumpe.

Wann lohnt sich eine Industriewärmepumpe wirtschaftlich?

Eine Industriewärmepumpe lohnt sich wirtschaftlich, wenn hohe Betriebsstunden, ein kontinuierlicher Wärmebedarf und eine verfügbare Abwärmequelle zusammentreffen. Entscheidend sind außerdem das Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreisen sowie die Möglichkeit, staatliche Fördergelder zu nutzen.

Als Faustregel gilt: Je größer der jährliche Wärmebedarf und je niedriger das benötigte Temperaturniveau, desto schneller amortisiert sich die Investition. Betriebe mit mehr als 4.000 Betriebsstunden pro Jahr und einem Wärmebedarf im Megawattbereich erzielen in der Regel Amortisationszeiten von drei bis sieben Jahren, abhängig von Energiepreisen und Förderhöhe.

Ein weiterer wirtschaftlicher Faktor ist die Kombination von Wärme- und Kälteerzeugung. Wenn eine Anlage gleichzeitig Prozesswärme liefert und Kälte für Kühlprozesse bereitstellt, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit erheblich. Zusätzlich sollte eine messtechnisch fundierte Energieeffizienzanalyse durchgeführt werden, bevor eine Investitionsentscheidung getroffen wird.

Welche Branchen profitieren am meisten von Abwärmenutzung?

Am stärksten von der Abwärmenutzung durch Industriewärmepumpen profitieren Branchen, die große Mengen an Niedertemperaturabwärme erzeugen, darunter die Lebensmittelverarbeitung, die Halbleiter- und Elektronikindustrie, Rechenzentren sowie Unternehmen mit druckluftintensiven Produktionsprozessen.

Kompressoren in der Drucklufterzeugung sind ein besonders relevantes Beispiel: Bis zu 90 Prozent der eingesetzten elektrischen Energie werden bei der Druckluftkompression in Wärme umgewandelt. Diese Abwärme lässt sich über Wärmerückgewinnung direkt nutzen oder als Quellenenergie für eine Wärmepumpe verwenden. Betriebe mit umfangreicher Drucklufterzeugung haben damit eine besonders attraktive Ausgangslage für die Abwärmenutzung.

Auch Rechenzentren, Galvanikbetriebe, Kühlhäuser und Wäschereien erzeugen erhebliche Mengen an Abwärme auf nutzbarem Temperaturniveau. In all diesen Fällen kann eine Industriewärmepumpe die Abwärme auf ein höheres Temperaturniveau anheben und so direkt in Produktionsprozesse einspeisen, anstatt sie ungenutzt an die Umgebung abzugeben.

Wie unterscheiden sich Wärmepumpen für Prozesswärme von Heizzwecken?

Wärmepumpen für industrielle Prozesswärme unterscheiden sich von Heizungswärmepumpen vor allem durch die erforderlichen Temperaturniveaus, die Anlagengröße und die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Prozesswärmepumpen müssen oft konstant hohe Temperaturen liefern und sind für den Dauerbetrieb unter industriellen Bedingungen ausgelegt.

Temperaturniveau und technische Anforderungen

Gebäudeheizungen benötigen typischerweise Vorlauftemperaturen von 35 bis 55 Grad Celsius. Industrielle Prozesse hingegen erfordern häufig 80 bis 160 Grad Celsius oder mehr. Prozesswärmepumpen verwenden deshalb spezielle Hochtemperatur-Kältemittel und robustere Verdichtertechnologien, die für diese Betriebsbedingungen ausgelegt sind.

Betriebsweise und Integration

Heizungswärmepumpen arbeiten häufig im Teillastbetrieb und reagieren auf schwankenden Wärmebedarf. Industriewärmepumpen hingegen sind auf Grundlastbetrieb ausgelegt und müssen nahtlos in bestehende Prozessleitsysteme integriert werden. Die Planung erfordert eine genaue Analyse der Produktionsprozesse, Lastprofile und verfügbaren Wärmequellen, um eine stabile Versorgung sicherzustellen.

Welche Fördermittel gibt es für Industriewärmepumpen in Deutschland?

In Deutschland können Unternehmen für die Investition in Industriewärmepumpen verschiedene Förderprogramme nutzen, insbesondere das Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW), das Programm zur Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) sowie KfW-Kredite mit vergünstigten Konditionen.

Das EEW-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ist besonders relevant für Industriebetriebe: Es fördert Einzelmaßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien und Abwärme mit Zuschüssen von bis zu 55 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, abhängig von Unternehmensgröße und Technologie. Im Jahr 2026 bleibt dieses Programm ein zentrales Instrument der deutschen Industrietransformation.

Ergänzend dazu bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme an. Thüringen beispielsweise unterstützt Unternehmen über die Thüringer Aufbaubank (TAB) mit zinsgünstigen Darlehen und Investitionszuschüssen für Energieeffizienzmaßnahmen. Wichtig ist, dass Förderanträge grundsätzlich vor Beginn der Maßnahme gestellt werden müssen. Eine frühzeitige Beratung durch Energieberater mit Förderkenntnissen ist daher unerlässlich.

Wie Galek & Kowald bei der Planung und Umsetzung von Industriewärmepumpen unterstützt

Galek & Kowald begleitet Industriebetriebe von der ersten Analyse bis zur schlüsselfertigen Anlage bei der Integration von Industriewärmepumpen in bestehende Produktionsprozesse. Als erfahrener Anlagenbauer mit Spezialisierung auf Druckluft-, Kälte- und Energieeffizienztechnik verbindet das Unternehmen technisches Know-how mit messtechnisch fundierter Energieberatung.

Das Leistungsangebot umfasst konkret:

  • Messtechnische Erfassung und Analyse vorhandener Abwärmepotenziale und Prozesstemperaturen
  • Auslegung und Planung von Wärmepumpenanlagen passend zu den jeweiligen Prozessanforderungen
  • Integration in bestehende Druckluft-, Kälte- und Steuerungsanlagen
  • Begleitung bei der Beantragung von Fördermitteln und Unterstützung in der Investitionsplanung
  • Inbetriebnahme, Wartung und langfristige Betreuung der Anlage auch nach Projektabschluss

Als Vertragspartner von Atlas Copco und Mitglied der airgroup garantiert Galek & Kowald dabei höchste Qualitätsstandards, zertifiziert nach ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich unverbindlich beraten, wie eine Industriewärmepumpe Ihren Betrieb effizienter und nachhaltiger macht.

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