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Was versteht man unter Wärmerückgewinnung bei Kompressoren?

Jörg Steinbrücker ·
Industriekompressor mit wärmerückgewinnenden Kupferrohren und isolierten Leitungen auf sauberem Fabrikboden.

Wärmerückgewinnung bei Kompressoren bezeichnet den technischen Prozess, bei dem die im Betrieb eines Kompressors entstehende Abwärme gezielt aufgefangen und für andere Zwecke nutzbar gemacht wird, anstatt sie ungenutzt an die Umgebung abzugeben. Da Kompressoren den überwiegenden Teil der eingesetzten elektrischen Energie in Form von Wärme erzeugen, stellt diese Abwärme eine erhebliche, häufig unterschätzte Energiequelle dar. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Wärmerückgewinnung bei Kompressoren und zeigen, wie Industriebetriebe dieses Potenzial konkret nutzen können.

Wie viel Wärme erzeugt ein Kompressor beim Betrieb?

Ein Kompressor wandelt nahezu die gesamte zugeführte elektrische Energie in Wärme um. Je nach Bauart und Betriebsweise werden zwischen 70 und 96 Prozent der eingesetzten Energie als Wärme freigesetzt. Das bedeutet: Von 100 kWh Strom, die ein Kompressor verbraucht, stehen potenziell bis zu 96 kWh als nutzbare Wärmeenergie zur Verfügung.

Diese Wärme entsteht an mehreren Stellen im System. Den größten Anteil macht die Verdichtungswärme im Kompressoraggregat selbst aus. Hinzu kommen Wärme aus dem Kühlöl bei öleingespritzten Schraubenkompressoren, Wärme aus dem Nachkühler sowie Wärme aus dem Drucklufttrockner. Besonders bei Schraubenkompressoren, die in der Industrie weit verbreitet sind, lässt sich ein Großteil dieser Wärme auf einem nutzbaren Temperaturniveau von 70 bis 90 Grad Celsius abgreifen.

Viele Industriebetriebe sind sich nicht bewusst, dass ihr Druckluftsystem gleichzeitig ein erhebliches Wärmereservoir darstellt. Wer Kompressor Abwärme nutzen möchte, sollte zunächst eine messtechnische Analyse des Kompressorbetriebs durchführen lassen, um die tatsächlich verfügbare Wärmemenge zu ermitteln.

Welche Methoden der Wärmerückgewinnung gibt es bei Kompressoren?

Bei der Wärmerückgewinnung Druckluft gibt es im Wesentlichen zwei etablierte Methoden: die Luftkühlung mit Wärmerückgewinnung und die Wasserkühlung mit Wärmetauscher. Welche Methode sinnvoll ist, hängt von der Kompressorbauart, dem Wärmebedarf und der vorhandenen Infrastruktur ab.

Luftseitige Wärmerückgewinnung

Bei luftgekühlten Kompressoren wird die erwärmte Kühlluft über ein Kanalsystem abgeführt und direkt zur Raumheizung, zu Trocknungsprozessen oder in andere Bereiche geleitet. Diese Methode ist vergleichsweise einfach zu installieren und erfordert keine aufwendige Hydraulik. Sie eignet sich besonders für Betriebe, die in den Wintermonaten einen hohen Heizbedarf haben.

Wasserseitige Wärmerückgewinnung

Bei wassergekühlten Kompressoren oder durch den nachträglichen Einbau eines Wärmetauschers in den Ölkreislauf wird die Abwärme auf ein Wasserkreislaufsystem übertragen. Dieses Warmwasser kann dann für Prozesswärme, Brauchwassererwärmung oder zur Einspeisung in ein betriebliches Nahwärmenetz genutzt werden. Diese Methode bietet höhere Flexibilität bei der Wärmenutzung, da Warmwasser leichter transportiert und gespeichert werden kann als Warmluft.

Wie hoch ist das Einsparpotenzial durch Wärmerückgewinnung?

Das Einsparpotenzial durch Wärmerückgewinnung Kompressor ist in der Praxis erheblich. Betriebe, die die Abwärme ihrer Kompressoren konsequent nutzen, können ihren Gesamtenergiebedarf für Heizung und Warmwasser spürbar senken und die Betriebskosten dauerhaft reduzieren.

Konkret lässt sich das Einsparpotenzial an einem Beispiel verdeutlichen: Ein Kompressor mit einer Antriebsleistung von 75 kW, der täglich acht Stunden läuft, erzeugt pro Jahr eine erhebliche Menge an nutzbarer Wärmeenergie. Wird diese Wärme vollständig für die Gebäudeheizung oder Prozesswärme eingesetzt, kann der Bezug von Heizenergie aus fossilen Quellen oder anderen Energieträgern entsprechend reduziert werden. Die Amortisationszeit einer Wärmerückgewinnungsanlage liegt in vielen Fällen bei zwei bis vier Jahren, was die Maßnahme wirtschaftlich attraktiv macht.

Entscheidend für das tatsächliche Einsparpotenzial sind die jährliche Betriebszeit des Kompressors in Stunden, die installierte Leistung, das Temperaturniveau der zurückgewonnenen Wärme sowie der vorhandene Wärmebedarf im Betrieb. Wer Energieeffizienz Kompressor ernsthaft anstrebt, sollte diese Parameter im Rahmen einer professionellen Energieberatung erheben lassen.

Wofür kann die zurückgewonnene Wärme genutzt werden?

Die zurückgewonnene Wärme aus Kompressoren kann für eine Vielzahl betrieblicher Anwendungen eingesetzt werden. Die häufigsten Nutzungsformen in der Industrie sind Raumheizung, Warmwasserbereitung, Prozesswärme und Trocknungsprozesse.

  • Raumheizung: Die Abwärme wird über Luftkanäle oder Heizkörper direkt zur Beheizung von Produktionshallen, Werkstätten oder Bürogebäuden genutzt.
  • Warmwasserbereitung: Über einen Wärmetauscher wird Brauchwasser für Sanitäranlagen oder Reinigungsprozesse erwärmt.
  • Prozesswärme: In vielen Industriezweigen wird Wärme auf einem Temperaturniveau von 60 bis 90 Grad Celsius für Produktionsprozesse benötigt, etwa in der Lebensmittelverarbeitung, Galvanik oder Oberflächenbehandlung.
  • Trocknungsprozesse: Erwärmte Luft aus dem Kompressorbetrieb eignet sich für das Trocknen von Materialien, Lacken oder landwirtschaftlichen Produkten.
  • Vorwärmung von Zuluft: Die Abwärme kann genutzt werden, um Frischluft vorzuwärmen und damit den Energiebedarf von Lüftungsanlagen zu senken.

Die Bandbreite der Nutzungsmöglichkeiten macht die Wärmerückgewinnung Industrie zu einer besonders vielseitigen Effizienzmaßnahme. Welche Anwendung am sinnvollsten ist, hängt von den betrieblichen Gegebenheiten und dem vorhandenen Wärmebedarf ab.

Was sind die Voraussetzungen für eine effiziente Wärmerückgewinnung?

Eine effiziente Wärmerückgewinnung beim Kompressor setzt voraus, dass Wärmeangebot und Wärmenachfrage zeitlich und mengenmäßig gut übereinstimmen. Ist kein kontinuierlicher Wärmebedarf vorhanden, verpufft ein Teil des Potenzials ungenutzt.

Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören:

  1. Ausreichender und kontinuierlicher Wärmebedarf: Betriebe mit ganzjährigem Heizbedarf oder konstantem Prozesswärmebedarf profitieren am stärksten.
  2. Passendes Temperaturniveau: Die zurückgewonnene Wärme muss auf einem Temperaturniveau liegen, das für den geplanten Verwendungszweck geeignet ist.
  3. Geeignete Kompressorbauart: Schraubenkompressoren eignen sich aufgrund ihrer Betriebsweise besonders gut für die Wärmerückgewinnung. Bei Kolbenkompressoren ist das nutzbare Wärmepotenzial geringer.
  4. Technische Infrastruktur: Für die wasserseitige Wärmerückgewinnung werden Rohrleitungen, Wärmetauscher und gegebenenfalls Pufferspeicher benötigt.
  5. Messtechnische Grundlage: Eine belastbare Planung setzt eine Messung des tatsächlichen Kompressorbetriebs voraus, um Wärmemengen und Betriebszeiten realistisch einschätzen zu können.

Wer diese Voraussetzungen sorgfältig prüft, legt den Grundstein für eine Anlage, die langfristig wirtschaftlich und technisch zuverlässig arbeitet.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Wärmerückgewinnungsanlagen?

Wärmerückgewinnungsanlagen in Industrie und Gewerbe können in Deutschland über verschiedene Förderprogramme finanziell unterstützt werden. Die wichtigsten Anlaufstellen sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die KfW-Bankengruppe.

Das BAFA fördert im Rahmen der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) Investitionen in Querschnittstechnologien, zu denen Wärmerückgewinnungsanlagen zählen. Gefördert werden sowohl die Planung als auch die Umsetzung von Maßnahmen, die den Energieverbrauch nachweislich senken. Die KfW bietet über ihre Energieeffizienzprogramme zinsgünstige Kredite für entsprechende Investitionen an.

Darüber hinaus gibt es auf Länderebene und über regionale Energieagenturen weitere Fördermöglichkeiten, die je nach Bundesland und Projektgröße variieren. Wichtig ist, dass Förderanträge in der Regel vor Beginn der Maßnahme gestellt werden müssen. Eine frühzeitige Beratung durch einen Energieeffizienzexperten ist daher empfehlenswert, um keine Fristen zu versäumen und die Fördermittel optimal auszuschöpfen.

Wie Galek & Kowald bei der Wärmerückgewinnung unterstützt

Galek & Kowald begleitet Industriebetriebe von der ersten Analyse bis zur schlüsselfertigen Wärmerückgewinnungsanlage. Als erfahrener Anlagenbauer mit Spezialisierung auf Drucklufttechnik und Energieeffizienz verbindet das Unternehmen messtechnisch fundierte Beratung mit der konkreten Umsetzung technischer Lösungen.

Das Leistungsangebot im Bereich Wärmerückgewinnung umfasst:

  • Messtechnische Analyse des bestehenden Kompressorbetriebs zur Ermittlung der nutzbaren Wärmemengen
  • Planung und Auslegung von luft- und wasserseitigen Wärmerückgewinnungssystemen
  • Integration in bestehende Heizungs-, Prozess- und Lüftungsanlagen
  • Begleitung bei der Beantragung von Fördermitteln durch das BAFA und die KfW
  • Langfristige Betreuung und Wartung der installierten Anlagen

Galek & Kowald ist Vertragspartner von Atlas Copco und Mitglied der airgroup, was den Zugang zu hochwertigen Systemkomponenten und aktuellem technischen Know-how sicherstellt. Unternehmen, die ihre Energiekosten nachhaltig senken und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende leisten möchten, finden in Galek & Kowald einen kompetenten Partner. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich unverbindlich beraten, wie Ihr Betrieb von der Wärmerückgewinnung profitieren kann.

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